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Ratgeber · Zeremonie · Kirchlich, frei oder nur zivil

Die Zeremonie
nach dem Amt.

Ein Drittel der Schweizer Bevölkerung gehört keiner Religion an, bei den 25- bis 34-Jährigen sind es 42 Prozent.[1] Für viele Paare stellt sich die Frage nach der Kirche deshalb gar nicht, und trotzdem wollen die wenigsten nur das Trauzimmer. Was bleibt, ist die freie Zeremonie: eigene Worte, eigener Ort, eigene Sprache. Hier stehen die drei Wege nebeneinander, mit dem, was jeder voraussetzt und kostet, und dann genauer, wie ihr eine freie Zeremonie gestaltet.

Vorab

Rechtlich zählt nur das Amt

Verheiratet seid ihr durch die zivile Trauung, sonst durch nichts. Eine kirchliche Feier darf nach Gesetz nicht vor der Ziviltrauung stattfinden,[2] und eine freie Zeremonie hat «keine zivilrechtliche Bedeutung».[4] Das ist keine Einschränkung, sondern eine Freiheit: Weil das Amt das Rechtliche erledigt, darf die Zeremonie danach ganz eure sein. Die acht Schritte zum Amt stehen in unserer Checkliste zur zivilen Trauung.[7]

Drei Wege, nebeneinander

Nur zivil, mit Apéro

Für wen · Paare, die es schlicht wollen, oder die Trauung und Fest trennen: heute das Amt im kleinsten Kreis, das grosse Fest später.

Voraussetzung · Nichts ausser dem Ehevorbereitungsverfahren. Viele Ämter trauen auch samstags und an besonderen Orten, gegen Zuschlag. Das Trauzimmer hat eine feste Platzzahl.

Kostet · Schweizweit 300 bis 400 Franken, Samstag und Sonderorte mehr.[5, 7]

Kirchlich

Für wen · Paare, für die der Glaube zum Tag gehört, oder für die die Kirche der Familie wichtig ist.

Voraussetzung · Mindestens ein Partner muss der Kirche angehören; das Traugespräch mit der Pfarrperson gehört dazu. Konfessionsverschiedene Paare sind üblich und werden im Gespräch geklärt. Die zivile Trauung muss vorher stattgefunden haben, das ist Gesetz.

Kostet · Für Mitglieder meist kostenlos. Beispiel Reformierte Kirche Zürich: Ist keiner der beiden Mitglied, wird ein Solidaritätsbeitrag von 3 000 Franken fällig.[2, 3]

Frei

Für wen · Paare ohne Konfession, mit zwei Konfessionen, mit zwei Sprachen, oder die einfach ihre eigene Zeremonie wollen. Das ist heute die grösste Gruppe.

Voraussetzung · Keine. Kein Ritus, kein Skript, keine Mitgliedschaft. Ihr entscheidet Ort, Inhalt, Sprache, Dauer und wer die Zeremonie leitet. Rechtlich hat sie keine Bedeutung; die Ehe schliesst ihr auf dem Amt.

Kostet · Traurednerin oder Trauredner 1 500 bis 2 800 Franken laut Branche, 2 000 bis 4 000 laut Schweiz Tourismus; führt jemand aus dem Freundeskreis, kostet es nichts.[1, 4, 5]

Keiner der drei Wege ist besser. Er muss zu euch passen, und zu den Menschen, die kommen. Katholische Pfarreien haben eigene Voraussetzungen und ein Vorbereitungsgespräch; fragt die Pfarrei direkt.

Genauer

Die freie Zeremonie: sechs Entscheidungen

Frei heisst nicht formlos. Es heisst, dass ihr die Form selbst bestimmt. Sechs Fragen, die ihr dafür beantworten müsst, und was Paare uns dazu gesagt haben.[4, 6]

Wer die Zeremonie leitet

Eine professionelle Traurednerin, oder ein Mensch, der euch kennt: die beste Freundin, der Bruder, die Patin. Eine Ausbildung ist nicht vorgeschrieben. Der Unterschied liegt in der Erfahrung: Profis wissen, wie lange zwanzig Minuten wirklich sind, und wie man hundert Leute zum Zuhören bringt. Wer aus dem Freundeskreis wählt, sollte jemanden nehmen, der gern vor Leuten spricht, und ihm Zeit zum Üben geben.

Wo

Überall, wo ihr feiern dürft: im Garten, am See, im Wald, in der Scheune, im Festsaal. Oft direkt am Ort des Apéros, das spart eine Fahrt. Bei Draussen-Zeremonien braucht es einen Plan B fürs Wetter und eine Antwort auf die Frage, wie die Grossmutter sitzt.

Was drin ist

Einzug, eine Rede über euch, vielleicht Worte von Freunden oder Eltern, das Versprechen, die Ringe, ein Ritual, wenn ihr eines wollt, Ausklang. Zwanzig bis vierzig Minuten. Der beste Teil einer freien Zeremonie ist meist die Rede, und die wird nur gut, wenn die Person, die sie hält, euch vorher wirklich zugehört hat.

In welcher Sprache

In eurer. Oder in zwei, abwechselnd, wenn die Familien zwei Sprachen sprechen. Genau da ist die freie Form am stärksten: Sie kann zweisprachig sein, ohne dass jemand fragt, ob das erlaubt ist.

Wann, im Verhältnis zum Amt

Das Amt kommt zuerst, am selben Tag oder Wochen davor. Viele Paare gehen morgens zu zweit oder mit Trauzeugen aufs Zivilstandsamt und feiern nachmittags die Zeremonie mit allen. Andere machen das Amt still, Monate vorher, und der Festtag gehört ganz der freien Zeremonie.

Wie früh

So früh wie möglich, sagt die Branche, und die Umfrage bestätigt es: Ein Paar hatte weniger als sechs Monate Vorlauf, fand keinen guten Trauredner mehr und beschrieb den, den es fand, als «schlecht vorbereitet, wenig engagiert». Gute Rednerinnen sind an Sommersamstagen ein Jahr im Voraus gebucht.

Woran es bei der Zeremonie hakt, egal welcher

In unserer Umfrage kommen die Zeremonie-Probleme selten von der Zeremonie selbst. Sie kommen vom Zusammenspiel. Ein Paar nannte als grösste Lücke das «Zusammenspiel von Worship-Team, Location, Deko, Pastor, wer ist wofür verantwortlich». Ein anderes fand die Wunschkirche besetzt und musste eine Location suchen, die die Gästezahl der Trauung fasst, die grösser war als die des Abends. Ein drittes buchte den Trauredner zu spät.[6]

Drei Lehren daraus, für jeden der drei Wege: Die Zeremonie hat ihre eigene Gästezahl, und die entscheidet über den Ort. Die Person, die leitet, wird als Erste gebucht, vor Location und Fotografin. Und der Tag braucht eine Person, die weiss, wer wann wo steht, mit einem Plan, den alle Beteiligten kennen.

Was Weddy dabei tut, und was nicht

Weddy empfiehlt euch keine Kirche, keinen Redner und keine Location; wir haben keine Anbieter und wollen keine. Was Weddy tut: Die Zeremonie ist bei uns ein eigener Gästekreis, mit eigener Zahl und eigenen Antworten, weil sie eben oft nicht dieselben Leute sind wie am Abend. Der Tagesplan hält fest, wer wann wo steht, und die Helfer sehen ihren Teil davon. Und die Einladung sagt jedem Gast in seiner Sprache, wo und wann die Zeremonie ist, auch wenn sie zweisprachig wird.

In unseren Gesprächen mit Paaren sagen wir bewusst «Zeremonie» und nicht «Kirche», damit alle mitgemeint sind. Diese Seite ist der Grund dafür.

Quellen

  1. Bundesamt für Statistik, Religionszugehörigkeit 2022 (zitiert nach watson, 26. Januar 2024): 34 % konfessionslos, 42 % bei den 25- bis 34-Jährigen
  2. Schweizerisches Zivilgesetzbuch, Art. 97 Abs. 3 (religiöse Eheschliessung nicht vor der Ziviltrauung), fedlex.admin.ch
  3. Reformierte Kirche Kanton Zürich: «Hochzeit» (Voraussetzungen, Traugespräch, Kosten), abgerufen 24. September 2026
  4. freie-trauung.ch (Circle of Life GmbH), FAQ zur freien Trauung, Stand 2025
  5. Weddy: «Was kostet eine Hochzeit in der Schweiz?» (Zivilstandsamt 300–400, freie Trauung 2 000–4 000 laut Schweiz Tourismus)
  6. Weddy-Umfrage «Eure Hochzeitsplanung», 23 Antworten, Stand September 2026, anonym zitiert
  7. Weddy: Checkliste zivile Trauung

Kirchliche Voraussetzungen und Kosten unterscheiden sich je Landeskirche, Kanton und Pfarrei; das Zürcher Beispiel steht hier stellvertretend. Die sechs Entscheidungen zur freien Zeremonie sind unsere Zusammenfassung aus Branche und Gesprächen, keine Vorschrift.

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